Geschwindigkeitsüberschreitung:

Lohnt sich der Einspruch?

Die meisten Autofahrer sind schon einmal in die Radarfalle getappt und geblitzt worden. Geschwindigkeitsüberschreitungen passieren schnell: einen kurzen Moment nicht aufgepasst oder in Eile, schon zeigt der Tacho mehr km/h an, als eigentlich erlaubt sind. Wie hoch die Strafe für den Betroffenen ausfällt, wenn man geblitzt wird, hängt von mehreren Faktoren ab.

Gefahren der Geschwindigkeitsüberschreitung

Zu schnelles Fahren ist eine der häufigsten Unfallursachen. Die Begründung: Mit höherer Geschwindigkeit verlängert sich auch der Reaktions- und Bremsweg. Rechtzeitiges Abbremsen ist somit viel schwieriger. Aus diesem Grund werden Geschwindigkeitsüberschreitungen auch als Ordnungswidrigkeiten geahndet. Dabei ist das Strafmaß abhängig von der jeweiligen Situation. Letztlich entscheidet die zuständige Behörde darüber, wie hoch die Strafe ist und welche Konsequenzen drohen.

Geschwindigkeitsüberschreitung innerhalb geschlossener Ortschaften

Geschwindigkeitsverstöße innerhalb geschlossener Ortschaften werden deutlich härter bestraft als außerorts. Grund hierfür ist, dass zu schnelles Fahren innerorts zu schlimmen Unfällen führen kann. Fußgänger und Kinder sind unterwegs, der Verkehr ist dicht. Daher ist hier besondere Vorsicht geboten. Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen innerorts drohen folgende Strafen:

zu schnell um...

bis 10 km/h
11 - 15 km/h
16 – 20 km/h
21 – 25 km/h
26 – 30 km/h
31 – 40 km/h
41 – 50 km/h
51 – 60 km/h
61 – 70 km/h
über 70 km/h

Folge

30 Euro Bußgeld
50 Euro Bußgeld
70 Euro Bußgeld
115 Euro Bußgeld
1 Punkt
180 Euro Bußgeld
1 Punkt
(u.U. 1 Monat Fahrverbot)
260 Euro Bußgeld
2 Punkte
1 Monat Fahrverbot
400 Euro Bußgeld
2 Punkte
1 Monat Fahrverbot
560 Euro Bußgeld
2 Punkte
2 Monate Fahrverbot
700 Euro Bußgeld
2 Punkte
3 Monate Fahrverbot
800 Euro Bußgeld
2 Punkte
3 Monate Fahrverbot

Geschwindigkeitsüberschreitung außerhalb geschlossener Ortschaften

Eine gut ausgebaute Autobahn oder freie Landstraße verleitet schnell zu erhöhter Geschwindigkeit. Nichtsdestotrotz muss auch hier die jeweils zulässige Höchstgeschwindigkeit eingehalten werden, sonst drohen Bußgeldbescheide. Außerorts fallen die Bußgelder jedoch etwas geringer aus als innerorts. Fährt man mehr als 20 km/h zu schnell, kommen sogar Punkte und über 41 km/h Fahrverbote hinzu.

zu schnell um...

bis 10 km/h
11 - 15 km/h
16 – 20 km/h
21 – 25 km/h
26 – 30 km/h
31 – 40 km/h
41 – 50 km/h
51 – 60 km/h
61 – 70 km/h
über 70 km/h

Folge

20 Euro Bußgeld
40 Euro Bußgeld
60 Euro Bußgeld
100 Euro Bußgeld
1 Punkt
150 Euro Bußgeld
1 Punkt
(u.U. 1 Monat Fahrverbot)
200 Euro Bußgeld
1 Punkt
(u. U.1 Monat Fahrverbot)
320 Euro Bußgeld
2 Punkte
1 Monat Fahrverbot
480 Euro Bußgeld
2 Punkte
1 Monat Fahrverbot
600 Euro Bußgeld
2 Punkte
2 Monate Fahrverbot
700 Euro Bußgeld
2 Punkte
3 Monate Fahrverbot

Geschwindigkeitsüberschreitung in spezifischen Verkehrssituationen

Kommt zur Geschwindigkeitsüberschreitung noch eine besondere Gefährdung hinzu, kann es zu zusätzlichen Strafen kommen. Als sog. spezifische Verkehrssituationen gelten z.B. Gefahrenstellen und beeinträchtigende Wetterverhältnisse. Insbesondere in Baustellen gelten verschärfte Regeln, da sie als angekündigter Gefahrenbereich gewertet werden.

 

Verstoß

Keine Schrittgeschwindigkeit in verkehrsberuhigtem Bereich
Verkehrsbehinderung durch zu langsames Fahren ohne triftigen Grund
Unzulässiges Betreiben/Mitführen eines Radarwarn-/Laserstörgerätes
Gefährdung von Kindern, Hilfsbedürftigen, Älteren, mangelnde Bremsbereitschaft, ungenügender Seitenabstand
Geschwindigkeitsüberschreitung bei Bahnübergang bzw. widrigen Sicht-/Straßenverhältnissen
Geschwindigkeitsüberschreitung mit Gefährdung
Geschwindigkeitsüberschreitung mit Sachbeschädigung

Folge

20 Euro Bußgeld
20 Euro Bußgeld
75 Euro Bußgeld
1 Punkt
80 Euro Bußgeld
1 Punkt
100 Euro Bußgeld
1 Punkt
120 Euro Bußgeld
1 Punkt
145 Euro Bußgeld
1 Punkt

Geschwindigkeitsüberschreitung in der Probezeit

Fahranfänger dürfen sich in der Probezeit kaum Fehler erlauben. Bis zu einer Strafe von 60 Euro gelten noch die gleichen Regeln wie für alle anderen. Bei höheren Bußgeldbescheiden oder fahrlässigem Verkehrsverhalten kann die Probezeit allerdings um zwei Jahre verlängert werden.

Bereits bei einem A-Verstoß oder zwei B-Verstößen verlängert sich die Probezeit und ein Aufbauseminar muss besucht werden. Schon bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von mehr als 20 km/h handelt es sich um einen A-Verstoß, sodass neben der eigentlichen Strafe zusätzlich ein Aufbauseminar besucht werden muss.

Geschwindigkeitsüberschreitung mit dem LKW

Unfälle mit LKWs haben meist deutlich schlimmere Folgen als reine PKW-Unfälle. Daher gilt für LKW-Fahrer ein eigener Bußgeldkatalog, der empfindliche Strafen für Geschwindigkeitsüberschreitungen vorsieht. Entscheidend hierbei ist das Gewicht des Fahrzeugs.

  • Bis 3,5 Tonnen dürfen LKWs außerorts bis zu 100 km/h schnell fahren.
  • Bis 7,5 Tonnen liegt das Tempolimit bei max. 80 km/h – auch auf Autobahnen.
  • Über 7,5 Tonnen gilt außerorts 60 km/h als Höchstgeschwindigkeit; auf der Autobahn bleibt es bei 80 km/h.

Schon ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 16 km/h droht ein Punkt und ein Bußgeldbescheid mit einer Geldbuße bis zu 80 Euro. Ebenso müssen LKW-Fahrer schneller um ihren Führerschein bangen als Autofahrer.

Allgemein dürfen Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen innerorts nur mit Schrittgeschwindigkeit abbiegen – die Strafe bei Nichteinhaltung liegt bei 70 Euro und einem Punkt.

Sonderregeln gelten insbesondere auch für Autofahrer mit Anhänger. Hier drohen bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts sogar bis zu 680 Euro.

Toleranzabzug bei Geschwindigkeitsüberschreitung

Geschwindigkeitsüberschreitungen werden meist mittels technischer Geräte festgestellt. Es kann allerdings vorkommen, dass die Messungen ungenau sind. Aus diesem Grund wurde der Toleranzabzug eingeführt. Das bedeutet, dass ein bestimmter Wert vom Messergebnis abgezogen wird. Bis zu 100 km/h sind das immerhin 3 km/h Abzug, bei höheren Geschwindigkeiten 3 %.

Bußgeldbescheid wegen Geschwindigkeitsüberschreitung – Lohnt sich der Einspruch?

Sie sind geblitzt worden und Ihnen droht ein Bußgeldbescheid mit hoher Geldbuße, Punkten oder sogar ein Fahrverbot? Sie wissen nicht, ob Sie Einspruch einlegen sollen? Wir haben gute Nachrichten: In vielen Fällen lohnt sich ein Einspruch bei der Behörde, denn fehlerhafte Bußgeldbescheide kommen nicht selten vor. Nicht selten passiert allerdings auch, dass der Einspruch fehlerhaft eingelegt wird. Für einen erfolgreichen Einspruch müssen nämlich z.B. bestimmte Fristen eingehalten werden.

Einspruch einlegen mit einem Fachanwalt für Verkehrsrecht

Wenden Sie sich gerne an uns, wenn Sie Einspruch gegen Ihren Bußgeldbescheid einlegen wollen. Dank unserer langjährigen Erfahrung im Verkehrsrecht haben Sie mit uns einen verlässlichen und kompetenten Anwalt für Ihr Bußgeldverfahren an Ihrer Seite. Nehmen Sie gerne direkt zu uns Kontakt auf und nutzen Sie unsere kostenlose Ersteinschätzung. Alternativ können Sie hier Ihren Bußgeldbescheid kostenfrei überprüfen.