Schmerzensgeld

Egal ob Unfälle, Verletzungen, oder sonstige Szenarien, das Schmerzensgeld ist wohl der bekannteste Begriff, wenn es darum geht, seine Ansprüche im Nachhinein geltend zu machen. Es stellt eine „billige Entschädigung in Geld“ dar. Daneben können Sie auch noch Schadensersatz verlangen. Doch was ist eigentlich der Unterschied?

Schmerzensgeld und Schadensersatz

Schmerzensgeld und Schadensersatz stehen als eigenständige Ansprüche nebeneinander, d.h. Sie können bei einem Autounfall etc. beides verlangen. Die beiden Ansprüche unterscheiden sich wie folgt:

Schmerzensgeld

  • gleicht immaterielle Schäden aus
  • umfasst sind Schmerzen, Sorgen, seelisches Leid, Beeinträchtigung der Lebensfreude, Schäden an der Gesundheit
  • Höhe liegt im Ermessen des Gerichts

Schadensersatz

  • sorgt für Ausgleich von Sach- und Vermögensschäden (materielle Kosten)
  • z.B. Auto-Reparaturkosten, Kosten für Neubeschaffungen,…
  • Höhe lässt sich konkret beziffern

Wann gibt es Schmerzensgeld?

Am häufigsten wird Schmerzensgeld nach Verkehrsunfällen gezahlt, um körperliche und psychische Verletzungen auszugleichen. Es wird auch bei unerlaubten Handlungen, Straftaten, oder ärztlichen Kunstfehlern gewährt. Ebenso kommt es bei Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts, Verletzung des Rechts am eigenen Bild oder Verletzung des Urheberrechts in Betracht. Einen Anspruch hat insbesondere die verletzte Person. Ist eine Person bei einem Unfall zu Tode gekommen, können auch Angehörige in bestimmten Fällen ihren Anspruch geltend machen.

Beispiele für Schmerzensgeld

In welchen Situationen haben Sie einen Anspruch auf Schmerzensgeld?

Verkehrsunfall

Bei Verletzungen nach Auto-, Motorrad-, Fahrrad- oder sonstigen Verkehrsunfällen besteht regelmäßig ein Schmerzensgeldanspruch. Einzige Bedingung ist, dass der andere den Unfall schuldhaft verursacht hat. Der Anspruch wird allerdings gekürzt, wenn man eine Teilschuld trägt. Hat man den Unfall selbst verursacht, entfällt der Schmerzensgeldanspruch. Mögliche Verletzungen beim Verkehrsunfall sind Prellungen, Knochenbrüche, Sehnen- oder Muskelverletzungen bis hin zum Schädel-Hirn-Trauma oder Querschnittslähmung. Am häufigsten kommt es zu einem Schleudertrauma, welches sich oftmals erst Stunden nach dem Unfall in Form von Kopf- und Nackenschmerzen bemerkbar macht.

Arbeitsunfall

Nach einem Arbeitsunfall bekommen Sie von der Berufsgenossenschaft (BG) Kosten wie z.B. die Heilbehandlungskosten und den Entgeltausfall bezahlt. Ein Schmerzensgeld zahlt die BG nicht. Vom Schädiger selbst kann ein Schmerzensgeld nur dann verlangt werden, wenn der Unfall vorsätzlich herbeigeführt worden ist.

Unfall mit Tieren

Häufigstes Beispiel ist der Hundebiss: Wenn Sie von einem fremden Hund gebissen werden haben Sie einen Anspruch auf Schmerzensgeld. Der Anspruch wird gekürzt, wenn man eine Mitschuld am Hundebiss hat, z.B. den Hund provoziert hat oder Drohgebärden missachtet. Es kommt allerdings nicht darauf an, wie und durch welches Tier Sie verletzt werden: Ein Anspruch besteht auch, wenn Sie von einem Hund umgeworfen werden oder von einem Pferd getreten werden.

Wie hoch ist der Schmerzensgeldanspruch?

Wie viel Schmerzensgeld Sie verlangen können, hängt von der Art Ihrer Verletzungen ab. Im Internet finden Sie häufig einen Auszug aus der sog. Schmerzensgeldtabelle. Diese stellt eine Übersicht zu allen Schmerzensgeldurteilen zusammen. Aufgelistet wird die Art der Verletzung, die Höhe des Schmerzensgeldes sowie das zugehörige Gerichtsurteil. Sie dient als grobe Orientierungshilfe, wie viel Geld man für gewisse Szenarien verlangen kann. Allerdings ist jedes Verletzungsmuster individuell: Niemand wird zuvor genau die gleichen Verletzungen, Symptome und Schmerzen erlitten haben wie Sie selbst. Oftmals treten auch mehrere Verletzungen zusammen auf. Daher ist jeder Fall unbedingt individuell zu betrachten. Es könnte Ihnen – je nach Verletzungsmuster – ein viel höherer Anspruch zustehen. Letztlich liegt die Höhe des Schmerzensgeldzahlung immer im Ermessen des Richters und hängt somit auch stark von der Argumentation Ihres Anwalts ab. Gerne erläutern wir Ihnen in einem kostenlosen Erstgespräch, in welchem Rahmen sich Ihr Schmerzensgeldanspruch befindet.

Was wird berücksichtigt?

Eine Vielzahl von Faktoren beeinflussen die Höhe Ihres Schmerzensgeldanspruchs. Darunter zählen zum Beispiel folgende:

Schmerzensgeldhöhe ist abhängig von…

Größe, Dauer, Intensität der Schmerzen

Dauer von stationären Krankenhausaufenthalten

Einschränkung im Beruf

Bleibende Dauerschäden/ Entstellung/ Behinderung

Anzahl und Schwere von durchgeführten Operationen

Vorhandensein von Angstzuständen

Schwere der Verletzungen

Wie wird Schmerzensgeld geltend gemacht?

Um die Höhe des Schmerzensgeldes zu ermitteln, müssen Berichte von den behandelnden Ärzten eingeholt werden. Aus diesem Grund sollten Sie sich nach einem Unfall auf jeden Fall untersuchen lassen. Auch mögliche Spätfolgen sollten Sie von Ihrem Arzt erfassen lassen. Insbesondere nach einem Autounfall erleiden viele Personen ein Schleudertrauma, welches sich erst Stunden nach dem Unfall in Kopf- und Nackenschmerzen äußert.

Primär sind wir um eine außergerichtliche Einigung mit den Versicherungsgesellschaften bemüht. Leider sprechen diese den Geschädigten nicht immer den Anspruch in voller Höhe zu, sondern versuchen, mit möglichst geringen Zahlungen davonzukommen. Wir setzen uns für Ihr Recht ein und bleiben hartnäckig – bis Sie das bekommen, was Ihnen zusteht. Wenn keine Einigung über die Höhe des Schmerzensgeldes erreicht werden kann, führt jedoch kein Weg an einer Klage vorbei, um Ihren vollen Anspruch durchzusetzen. Selbstverständlich besprechen wir vorab mit Ihnen unser Vorgehen.

Schmerzensgeld ohne Anwalt durchsetzen?

Natürlich können Sie auch auf eigene Faust versuchen, Ihre Ansprüche bei den Versicherungen geltend zu machen. Dies sollten Sie jedoch – wenn überhaupt – nur bei sehr einfachen Verletzungen in Betracht ziehen. Die Durchsetzung Ihrer Rechte kann insbesondere für juristische Laien trügerisch sein. Wir sagen Ihnen warum Sie mit einem Anwalt bessere Chancen haben:

1. Stärkere Verhandlungsposition

Als auf das Schadensrecht spezialisierte Anwälte kennen wir die Tricks der Versicherungen. Wir wissen, wie hoch ein angemessenes Schmerzensgeld in Ihrem Fall ist und gehen daher nicht vorschnell auf mögliche Einigungen ein, nur um den Fall schnell abzuschließen. Dank unserer langjährigen Erfahrung verfügen wir über umfassende Kenntnisse darüber, wie wir Ihr Anspruchsschreiben am Besten formulieren und bei welcher Höhe des Schmerzensgeldes wir ansetzen, um am Ende ein sehr gutes Ergebnis für Sie zu erzielen.

2. Bessere Beratung beim Vorgehen

Oft werden von den Versicherungen Vergleiche angeboten, um die Angelegenheit schnell und außergerichtlich zu erledigen. Was für eine Privatperson dann zunächst nach viel Geld klingen mag, kann sich schnell als „Witz“ herausstellen, wenn um den tatsächlichen Anspruch weiß. Aus diesem Grund formulieren wir oftmals Gegenangebote an die Versicherungen, um Ihnen zu einem höheren Ausgleich zu verhelfen. Auch haben wir ein Auge dafür, wann eine Klage in Betracht gezogen werden sollte.

3. Absicherung für die Zukunft

Vorsicht geboten ist bei Vergleichen, die die Versicherungen anbieten. Regelmäßig versuchen diese nämlich, alle vergangenen und zukünftigen Schäden in einer Einmalzahlung auszugleichen. Damit wäre Ihr Fall endgültig erledigt, d.h. Sie hätten keinen Ausgleichsanspruch mehr für alle zukünftigen Schäden infolge des Unfalls. Problematisch ist dies vor allem dann, wenn Ihre Verletzung noch nicht ausgeheilt ist, z.B. weil Sie noch weitere Behandlungen oder Operationen brauchen. In solchen Fällen fokussieren wir uns auf sog. Schmerzensgeldvorschüssen, um Ihre Ansprüche auch für die Zukunft aufrecht zu erhalten.