Risikolebensversicherung zahlt nicht

Wann macht eine Risikolebensversicherung Sinn?

Mit einer Risikolebensversicherung sichert man im Sterbefall seine Hinterbliebenen ab. Sinn macht das vor allem bei Hauptverdienern einer Familie oder wenn ein Kredit auf ein Haus aufgenommen wurde.

Die Risikolebensversicherung wird nicht nach einer bestimmten Laufzeit ausgezahlt, sondern nur im Sterbefall an die Hinterbliebenen. Möglich ist eine Restschuldversicherung, Hier wird im Todesfall ein abzuzahlender Kredit übernommen, so dass der Hinterbliebene sich nicht existenzbedrohend in Schulden gerät.
Oft ist das sogar Voraussetzung für einen Bankkredit.
Mithilfe einer „verbundenen Risikolebensversicherung“ können sich zwei Gleichverdiener gegenseitig absichern.

 

Im Todesfall

Wichtig ist es sofort zu prüfen, ob eine Risikolebensversicherung abgeschlossen wurde, damit diese so schnell wie möglich informiert werden kann. Innerhalb von 72 Stunden nach dem Sterbefall sollten bereits die notwendigen Dokumente (Versicherungsschein im Original / Totenschein / Sterbeurkunde) / evtl. Erbschein) eingereicht sein.

 

Todesursache Suizid

Bei Tod durch Unfall oder einer natürlichen Todesursache besteht kein Zweifel, dass die Risikolebensversicherung zahlt. Im Suizidfall wird die Versicherung nur dann greifen, wenn eine labile Psyche durch ein psychologisches Gutachten nachgewiesen wurde und damit der freie Wille des Verstorbenen als eingeschränkt galt. Sollte sich der Selbstmord allerdings noch innerhalb der Karenzzeit (3 Jahre) ereignen, muss die Versicherung nur die bereits eingezahlten Prämien auszahlen.

 
Falschangaben

Versicherungsnehmer sind vertraglich verpflichtet, ehrliche Angaben zu machen. Sollte der Versicherungsnehmer gegen diese sog. Obliegenheiten verstoßen – z.B. durch bewusstes Verschweigen bekannter Krankheiten – können den Hinterbliebenen Leistungen vorenthalten werden.

 

Gesundheitsprüfung und Gesundheitsfragen

Damit die Versicherung das zu versichernde Risiko einschätzen kann, müssen folgendes Angaben gemacht werden: 

  • Hausarzt
  • Extremsportarten
  • Gewicht + Größe
  • HIV-Infektion
  • Gesundheitliche Probleme oder Verletzungen der letzten Jahre

Manchmal wird auch ein verpflichtender Gesundheitstest gefordert. Vorerkrankungen oder chronische Probleme müssen wahrheitsgemäß und detailliert angegeben werden. Fehlen derartige Angaben, kann der Versicherer – auch wenn diese nicht direkt mit der Todesursache in Verbindung stehen – die Zahlung verweigern. Insbesondere wenn es sich um „arglistige Täuschung“ handelte, um bessere Konditionen zu bekommen.

 

Ausbleibende Beitragszahlungen 

Die Beitragssätze für eine Risikolebensversicherung sind - verglichen mit der hohen Versicherungssumme (oft das drei- bis fünffache Bruttojahreseinkommen) - sehr gering. Trotzdem kann es aus Versehen oder durch unzureichende Kontodeckung passieren, dass zu wenig Beitrag bezahlt wird. Alleine das reicht aus, um von der Versicherung als Obliegenheitsverletzung gesehen zu werden und kann zur Nichtauszahlung der Risikolebensversicherung führen.

 

Todesursache Krankheit 

Versicherungen können Anträge ablehnen, wenn bereits vor Antragsstellung z. B: eine Krebserkrankung oder psychische Probleme wie etwa Depressionen bekannt waren. Dies ist auch oft der Fall, wenn der Krebs bereits als geheilt gilt.

Wenn der Versicherte während der Vertragslaufzeit an Krankheiten wie Krebs, Aids oder Depressionen erkrankt, ist das kein Problem und führt auch nicht zu höheren Beitragszahlungen. Nur das Risiko zum Zeitpunkt der Antragsstellung ist ausschlaggebend. 

Stirbt der Versicherte infolge einer Krankheit, werden die Umstände aber detailliert geprüft. Oft wird die Schadenssumme mithilfe fragwürdiger Argumente zurückgehalten.

 

Ob eine Leistungsverweigerung der Versicherung tatsächlich gerechtfertigt ist und ob es sich lohnt dagegen vorzugehen, prüfen wir gerne in unserer kostenlosen Erstberatung!

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