Haftpflichtversicherung zahlt nicht

Die private Haftpflicht übernimmt für den Versicherungsnehmer Schadensersatzpflichten gegenüber Dritten.

  • Personenschäden
     (wenn durch Eigenverschulden eine Person verletzt wird)
  • Sachschäden
     (kleinere oder größere Schäden an Gegenständen)
  • Vermögensschäden
     (fahrlässig verursachte finanzielle Schäden)

 

Schadensersatz

Zur Entschädigung wird nur der Zeitwert, nicht der Neuwert bezahlt.

 

Wer ist versichert?

Es gibt Familientarife, wo (Ehe-)Partner und Kinder bis zum Abschluss der Ausbildung bzw. des Studiums mitversichert sind. Versichert sind aber nur Schäden, die Dritte geltend machen, also diejenigen, die nicht im gleichen Vertrag mitversichert ist. Für Schäden, die man sich innerhalb der Familie gegenseitig zufügt, kommt die Haftpflichtversicherung nicht auf.

 

Immer extra zu versichernde Risiken

  • KFZ-Haftpflicht
     (Schäden, die mit dem Auto verursacht werden)
  • Tierhalterhaftpflicht
     (größere Tiere wie Hund oder Pferd)
  • Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht
     (unbebaute Grundstücke und vermietete Häuser)
  • Gewässerschadenhaftpflicht
     (größere Heizöltanks müssen gegen Umweltschäden abgesichert sein)
  • Vermögensschadenhaftpflicht
     (bestimmte Berufsgruppen und Firmen sollten sich absichern, wenn ein Berufsversehen zu Vermögensschaden führen kann)

 

Nicht immer muss die Versicherung haften 

  • bei Schäden, die durch kleine Kinder bis 7 Jahre (im Verkehr bis 10 Jahre) verursacht wurden (vorausgesetzt, die Eltern haben ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt) 
  • auch Demenzkranke gelten als deliktunfähig
  • oft sind Mietsachschäden nicht mitversichert 

 

Grundsätzlich werden folgende Schäden nicht von der privaten Haftpflicht übernommen:

  • wenn etwas vorsätzlich beschädigt wurde
  • wenn bei strafbaren Vergehen Schäden entstanden sind
  • wenn eine Vertragspflicht verletzt wurde
  • selbst zugefügte Schäden am eigenen Körper
  • auf der Arbeitsstelle verursachte Schäden

 

Keine Kostenübernahme bei zu niedriger Deckungssumme

Ist die Deckungssumme zu niedrig vereinbart, muss der Versicherte die darüber hinausgehenden Kosten mit seinem Privatvermögen übernehmen.

 

Keine Kostenübernahme bei Verletzung der Obliegenheiten

Verletzt der Versicherungsnehmer vertraglich vereinbarte Regeln, kann die Versicherung die Zahlung verweigern. So muss etwa der Versicherungsnehmer zeitnah seiner Versicherung melden, wenn es zu einer Gefahrerhöhung kommt. Auch die umgehende Meldung eines Versicherungsfalls zählt zu den Obliegenheiten des Versicherten.

 

Keine Kostenübernahme bei grober Fahrlässigkeit

Die grob fahrlässige Herbeiführung eines Versicherungsfalls kann eine Kürzung oder gar Verweigerung der Zahlung bedeuten. Dabei muss beachtet werden, dass die Kürzung in einem dem Verschulden entsprechenden Verhältnis vorgenommen wird. Die Definition von grober Fahrlässigkeit ist Auslegungssache des Richters.

 

Keine Kostenübernahme nach Versicherungswechsel

Durch einen Versicherungswechsel kann man Geld sparen und die Bedingungen verbessern. Allerdings sollte man bedenken, dass die neue Versicherung keine Schäden zahlen möchte, die vor Versicherungsbeginn entstanden sind. Oftmals lässt sich der genaue Zeitpunkt der Schadensentstehung nicht mehr nachvollziehen, so dass es passieren kann, dass sowohl die neue als auch die alte Versicherung die Leistung verweigern.

 

Vorgehen im Schadensfall

Verfassen Sie die Schadensmeldung umgehend, sachlich und möglichst detailliert und ohne Beschönigung. Vermeiden Sie Schuldzugeständnisse oder Schadensersatzleistungen bevor Ihre Versicherung die Schadensersatzpflicht geprüft hat. 

Zögert die Versicherung die Bearbeitung hinaus, sollten Sie schriftlich und per Einschreiben an die Dringlichkeit des Falls erinnern und eine Frist von ca. 3 Wochen setzen. 


Oft Fehler in den „Allgemeinen Bedingungen“ des Vertrags

Versicherungsnehmer müssen in einer gesonderten Mitteilung in Textform darauf hingewiesen werden, dass der Versicherungsschutz nicht greift, wenn Obliegenheiten verletzt werden. Viele Versicherer habend den Passus nicht in den Allgemeinen Bedingungen stehen und können daher auch bei Obliegenheitsverletzungen keine Leistungen kürzen.

  

 

Bei Problemen wenden Sie sich an Ihren Anwalt für Versicherungsrecht. Wir unterstützen Sie, wenn es zu keiner Einigung mit Ihrer Versicherung kommt. Wir prüfen Ihren Versicherungsvertrag, wenn es um Obliegenheitsverletzungen geht. Auch Leistungskürzungen wegen grober Fahrlässigkeit muss man nicht einfach hinnehmen – wir prüfen für Sie, wie Ihre Chancen stehen. Die Erstberatung und damit eine Einschätzung Ihres Falls können Sie immer kostenlos in Anspruch nehmen!

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