Verkehrsunfall

Was man wissen sollte für den Fall, dass es passiert.

 

Wie sollte ich mich verhalten, wenn ich in einen Verkehrsunfall gerate?

Das Wichtigste ist ruhig zu bleiben. Panik oder Angst hilft keinem weiter und überträgt sich noch auf alle anderen Beteiligten. 

Wir erklären Schritt für Schritt was zu tun ist:

  • Fahrzeug
    Ist das Fahrzeug nur leicht beschädigt, parken Sie es auf dem Seitenstreifen oder am Fahrbahnrand. Sinnvoll ist es, vorher noch ein Foto von der Situation und Stellung der Fahrzeuge nach dem Unfall zu machen.
  • Warndreieck + Warnweste
    Ziehen Sie zum Schutz der eigenen Sicherheit eine Warnweste an und stellen Sie zum Kennzeichnen der Unfallstelle umgehend ein Warndreieck in ausreichendem Abstand auf.
  • Erste Hilfe + Rettungsdienst
    Gibt es Verletzte, leisten Sie erste Hilfe und rufen Sie möglichst schnell den Rettungsdienst. Achtung: Leisten Sie keine erste Hilfe, können Sie wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt werden! Dies gilt als Straftat, die eine Geld- oder gar Freiheitsstrafe nach sich zieht. Es ist also unerlässlich, zumindest zu versuchen verletzten Personen zu helfen und beizustehen.
  • Polizei
    Bei nur leichtem Sachschaden muss die Polizei nicht unbedingt geholt werden. In diesem Fall müssen Sie sich die Kontaktdaten der Unfallbeteiligten selbst notieren und den Schaden sowie Unfallhergang dokumentieren (hier hilft ein Ausdruck des Europäischen Unfallberichts im Handschuhfach). Optimaler Weise wird auch die Schuldfrage schon geklärt. Bei schlimmeren Fahrzeug- oder Personenschäden muss die Polizei den Unfallhergang aufnehmen. Oft werden die Beamten aber in diesem Fall gleich von der Notrufzentrale alarmiert.
  • Versicherung
    Möglichst umgehend sollten Sie auch Ihrer Versicherung den Unfall melden. Meist muss dies innerhalb einer Woche geschehen, damit die Versicherung nicht die Regulierung des Schadens verweigert oder die Erstattungssumme reduziert.

 

Unfälle mit leichtem oder schwerem Sachschaden

Wenn sich die Unfallbeteiligten einig sind, muss bei Unfällen mit nur geringen Schäden die Polizei nicht geholt werden. Der Unfallhergang und alle übrigen Informationen müssen dann aber selbständig protokolliert und die Versicherung informiert werden.

Da die Versicherungen bei höheren Versicherungsschäden oft auf einem offiziellen Unfallbericht bestehen, macht es bei schwereren Unfallschäden aber durchaus Sinn, die Polizei hinzuzuziehen. Möchte ein Beteiligter die Polizei verständigen, müssen alle Personen, die in den Unfall verwickelt waren, warten bis die Polizei kommt und die Beweise festgehalten hat.

 

Unfälle mit Personenschaden

Wird bei einem Unfall jemand verletzt, sollte ebenfalls die Polizei gerufen werden – eine Pflicht besteht hier aber nicht. Oft ermöglicht ein offiziell erstellter Unfallbericht aber erst eine strafrechtliche Verfolgung von Unfallbeteiligten oder die Schadensregulierung der Versicherung. Gibt es bei einem Unfall Schwerverletzte oder gar Todesopfer, dann wird die Polizei meistens direkt von der Notrufzentrale in Kenntnis gesetzt. Die Polizei ermittelt, ob es sich um fahrlässige Körperverletzung oder Totschlag handelt – und damit um eine Straftat.

 

Fahrerflucht nach einem Unfall

Verlässt ein Beteiligter unerlaubt den Ort des Unfallgeschehens, muss sofort die Polizei informiert werden, da dies als Fahrerflucht gilt. In diesem Fall wird von den Beamten ein Unfallbericht aufgenommen und ein Ermittlungsverfahren gegen den Flüchtigen in die Wege geleitet. Auch wenn Sie z.B. gegen ein parkendes Auto fahren, müssen Sie auf den Fahrer des Fahrzeugs warten. Um sich nicht selbst der Fahrerflucht schuldig zu machen, müssen Sie sich nach einer gewissen Wartezeit an die Polizei wenden und eine Selbstanzeige aufgeben. Der Fahrer des beschädigten Wagens kann über die Polizei dann den Schadensverursacher ausfindig machen.

 

Mögliche Strafen, die ein Unfall sich bringen kann

Tatbestand

Bußgeld

Punkte

Anmerkung

Nichtabsichern eines liegengebliebenen Fahrzeugs 

30 Euro

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Nichtsichern der Unfallstelle und des Fahrzeugs bei leichten Unfällen 

30 Euro

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… mit Sachbeschädigung

35 Euro

 

 

Entfernen von Unfallspuren vor Hinzukommen der Polizei

30 Euro

 

 

Unerlaubtes Entfernen von der Unfallstelle

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3

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… bei unterlassener Hilfeleistung

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3

Straftat

… bei einer fahrlässigen Tötung

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3

Straftat

Fahrlässige Körperverletzung

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3

Straftat

 

Was gilt als Unfallflucht und welche Strafen zieht sie nach sich

Die Unfallbeteiligten sollten am Ort des Unfallgeschehens bleiben und die Personalien untereinander austauschen. Wurde die Polizei gerufen, muss gewartet werden, bis die Beamten kommen und der Unfallbericht aufgenommen ist. Es gilt als unerlaubtes Verlassen des Unfallorts, wenn

  • Sie sich unerlaubt vom Unfallort entfernen ohne auf das Eintreffen der Polizei gewartet zu haben
  • Sie nach einem Parkunfall nicht lange genug auf den Besitzer des beschädigten Wagens gewartet haben
  • Sie zwar den Unfallort erlaubterweise verlassen durften, aber sich nachträglich nicht mehr bei der Polizei zum Unfallgeschehen gemeldet haben

Bei leichtem Sachschaden kriegen Sie für Unfallflucht 3 Punkte in Flensburg. Bei einem schweren Sach- oder Personenschaden droht Ihnen unter Umständen auch eine Geld- oder sogar Freiheitsstrafe, da hier die Fahrerflucht eine Straftat darstellt.

 

Welche Versicherung ist zuständig für welche Art von Schaden am Fahrzeug?

Für die Ansprüche auf Schadensersatz ist die Kfz-Haftpflichtversicherung zuständig, die mithilfe des offiziellen Unfallberichts der Polizei den entstandenen Schaden beurteilt. Der Schaden an Ihrem Fahrzeug wird von der gegnerischen Versicherung übernommen. Sind Sie schuldig, steht Ihre Versicherung für den Schaden des anderen Unfallbeteiligten gerade.

  • Haftpflichtversicherung – Schäden Fremdeigentum
  • Teilkaskoversicherung – Schäden ohne Haftung (z.B. Wild-/ Hagelschaden)
  • Vollkaskoversicherung – alle Schäden, auch bei Eigenverschulden

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