Haushaltsführungsschaden

Ein Haushaltsführungsschaden ist die Folge eines Personenschadens, d.h. dem oder der Verletzten ist es nicht mehr möglich, den Haushalt wie zuvor selbst zu führen. Wird der Haushalt unentgeltlich durch Dritte (z.B. Ehepartner oder Kinder) geführt oder kann der Verletzte im Haushalt noch mit Einschränkungen arbeiten, hat er das Recht auf Ersatz der Kosten, die für eine Haushaltshilfe aufgebracht hätten werden müssen. Wird eine Haushaltshilfe beschäftigt, sind alle tatsächlich anfallenden Kosten zu übernehmen (Bruttolohn, Sozialversicherung). Bleiben noch Arbeiten unerledigt, die die verletzte Person vorher durchgeführt hat, kann eine Kostenübernahme für einen fiktiven Schaden gefordert werden.

 

Umfang des Haushaltsführungsschadens

Die verletzte Person muss detailliert und ausführlich angeben, welche Haushaltstätigkeiten vor der Beeinträchtigung durch ihn übernommen wurden und was genau nicht mehr durchgeführt werden kann. Zeugen hierfür sind hilfreich. Es gibt verschiedene Methoden, den Umfang der entsprechenden Arbeiten zu schätzen:

  • Fiktiver Haushaltsführungsschaden nach der Differenzmethode
    Die Tätigkeiten im Haushalt vor und nach dem Unfall werden genau festgestellt. Die Stundenanzahl, die nun im Haushalt nicht mehr gearbeitet werden kann, wird abgeschätzt. Die Anzahl dieser Stunden wird mit einem Stundenlohn (regional unterschiedlich je nach den üblichen Kosten einer Haushaltshilfe) multipliziert. 
  • Fiktiver Haushaltsführungsschaden nach Schulz-Borck/Hoffmann
     Die Ermittlung kann auch durch die Tabellen von Schulz-Borck/Hoffmann erfolgen. Demnach verwendet eine Hausfrau mit Mann und Kindern etwa 50 Std/Woche für den Haushalt und hat so nach einem Unfall Anspruch auf einen beträchtlichen Haushaltsführungsschaden.

 

Haushaltsführungstätigkeiten

Zu den Tätigkeiten im Haushalt zählen die Organisation und Planung, der Lebensmitteleinkauf, Kochen und Putzen, Wäschewaschen und Bügeln, Kinderbetreuung, Gartenarbeit und anfallende Reparaturen.

 

Anspruchsverjährung

Ist ein Unfall der Grund für den Haushaltsführungsschaden, verfällt der Anspruch nach drei Jahren zum Ende des Unfalljahres. Mit der Haftpflichtversicherung kann verhandelt werden, so dass die Verjährung gehemmt wird. Dennoch sollte man immer auf einen Verjährungsverzicht hinarbeiten.

Die Verjährung bei einem Arztfehler fängt erst dann an zu laufen, wenn man sichere Kenntnis dieses Fehlers hat – sprich, wenn ein Gutachten über den Fehler vorliegt.

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Schlagzeilen zum Thema

  • Bemessung des Haushaltsführungsschadens
    29.05.2020
    Oberlandesgericht Dresden (22 U 699/19)

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