Entzug der Fahrerlaubnis

Gründe für den Entzug des Führerscheins

Der Führerschein wird dann entzogen, wenn man nicht geeignet ist, am Straßenverkehr teilzunehmen. Gründe hierfür können sein:

  • Geistige oder körperliche Einschränkungen
  • Aggressives Fahrverhalten
  • Gefährdendes Fahrverhalten
  • Straftat im Straßenverkehr

Fahrverbot oder Entzug der Fahrerlaubnis?

Ein ein-bis dreimonatiges Fahrverbot droht bei schweren Ordnungswidrigkeiten. Der Führerschein wird bei der Zulassungsstelle abgegeben und kann nach Ablauf der Frist wieder abgeholt werden.

Ein Entzug der Fahrerlaubnis ist z.B. die Konsequenz einer Trunkenheitsfahrt mit mehr als 1,6 Promille – hier ist das Wiedererlangen der Fahrerlaubnis nicht so einfach. Meist muss eine MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung) gemacht werden oder es wird sogar ein Alkohol- oder Drogenentzug verlangt.

Beantragung der Wiedererteilung der Fahrerlaubnis

Wenn das Gericht den Entzug der Fahrerlaubnis veranlasst, gilt eine Sperrfrist zwischen 6 Monaten und 5 Jahren, währenddessen die Fahrerlaubnis nicht wiedererlangt werden kann. Aber auch nachdem die Frist abgelaufen ist, kann der Führerschein nicht einfach wiedergeholt werden. Es muss – frühestens drei Monate vor Ablauf der Sperrfrist – ein Antrag gestellt werden, damit der Führerschein wieder erteilt werden kann. Folgende Dokumente müssen mit eingereicht werden:

  • Personalausweis / Reisepass
  • Biometrisches Passfoto
  • Aktuelle Sehtestbescheinigung (nicht älter als 2 Jahre)
  • Nachweis Erste-Hilfe-Kurs (keine zeitliche Beschränkung)
  • eine Gesundheitsbescheinigung (nicht älter als 1 Jahr)
  • Strafbefehl / Gerichtsurteil

Gegebenenfalls muss nach einem längeren Führerscheinentzug auf Anordnung der Führerscheinbehörde auch nochmal eine Fahrprüfung absolviert werden.

Der Antragssteller muss persönlich bei der zuständigen Fahrzeugzulassungsbehörde erscheinen, die Unterlagen dort abgeben und prüfen lassen und eine Unterschrift leisten, damit die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis in Gang gesetzt werden kann.

Außerdem wird eine Gebühr fällig, die von Behörde zu Behörde unterschiedlich hoch angesetzt ist.

Eventuell angeordnete Nachweise für die Wiedererlangung der Fahrerlaubnis

Sämtliche Maßnahmen sind nicht verpflichtend, allerdings zwangsläufig notwendig, wenn man den Führerschein wiederbekommen möchte. Sämtliche Kosten dafür müssen außerdem vom Betroffenen selbst übernommen werden.

MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung)

Ärzte und Verkehrspsychologen stellen fest, ob man sich mit seinen Taten beschäftigt und seine Einstellung sich geändert hat. Man muss schriftliche Befragungen, medizinische Untersuchungen, verschiedene Test und Gespräche über sich ergehen lassen. Nur wenn das MPU-Gutachten positiv ausfällt und somit die Fahrtauglichkeit des Verkehrssünders bescheinigt, wird der Antrag auf Wiedererteilung akzeptiert.

Abstinenznachweis

Nach einer Verurteilung aufgrund einer Autofahrt unter Alkohol- oder Drogeneinfluss wird meist verlangt, dass man zusätzlich zur MPU an einem Abstinenzprogramm teilnimmt. Hierbei werden über einen längeren Zeitraum Haar- oder Urinproben untersucht.

Verhaltenstherapie

Wurde der Führerschein wegen Aggressivität am Steuer entzogen, wird neben der MPU oft eine Therapie verlangt, damit man die Aggressionen besser in den Griff bekommt.

Neue Fahrerlaubnis ohne MPU

Tatsächlich ist es möglich, die Fahrerlaubnis ohne vorherige MPU und damit verbundenen hohen Kosten zurückzuerlangen. Nach Ablauf der Sperrfrist und weiteren 10 Jahren Verjährungsfrist kann die Ausstellung des Führerscheins wieder beantragt werden.

Führerscheinentzug auf Lebenszeit

Das Gericht kann auch ein lebenslanges Fahrverbot anordnen. Denkbar ist dies bei dauerhaft schweren körperlichen Beeinträchtigungen (z. B. nach einem Schlaganfall). Auch bei regelmäßigem Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss und damit wiederholter Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer, kann als letztes Mittel der Führerschein lebenslänglich eingezogen werden.